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Das Muster der Arbeitgeberorganisation im Einzelhandel – siehe Tabelle 8 unten – ist ebenfalls komplex und hängt teilweise mit den allgemeinen Mustern der Arbeitgeberorganisation in jedem Land zusammen (TN0311101S), wie z. B. der Existenz einer oder mehrerer “Umbrella”-Organisationen und ihren unterschiedlichen Merkmalen. Insgesamt ist das wichtigste Kriterium der Grad der Spaltung und des Wettbewerbs zwischen den Arbeitgeberverbänden in diesem Sektor. In den meisten Ländern – Österreich, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Griechenland, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Spanien und Schweden (in gewissem Maße Belgien) – spielen sektorale Verhandlungen eine dominierende Rolle bei der Festlegung von Löhnen und anderen Bedingungen, auch wenn ihre Zusammensetzung sehr unterschiedlich sein kann. In Dänemark gibt es ein einziges Abkommen für den Einzelhandel, aber mehrere in den anderen Ländern. So gibt es beispielsweise zwei Vereinbarungen über den Einzelhandel in Österreich (für Arbeiter und Angestellte) und Bulgarien (für Handel bzw. Einzelhandel) und drei in Italien (für mittlere und große Einzelhändler, kleine Einzelhändler bzw. Genossenschaften). In Norwegen und Schweden gibt es eine Hauptvereinbarung sowie eine Reihe von Vereinbarungen, die eine Reihe spezifischer Teilsektoren oder Arbeitnehmerkategorien abdecken. In den Niederlanden finden Verhandlungen im Einzelhandel auf subsektoraler Ebene statt. In Deutschland werden sektorale Vereinbarungen auf regionaler Ebene geschlossen.

Schließlich gibt es in Spanien eine Vielzahl von sich überschneidenden Vereinbarungen, die bestimmte Teilsektoren oder Betriebsarten abdecken und unterschiedliche gebietshohe Erfassungen (national, regional oder provinziell) aufweisen. In Ungarn und Lettland zeichnen sich sektorale Tarifverhandlungen ab, obwohl formelle Vereinbarungen über Löhne und Bedingungen noch nicht getroffen wurden – in Ungarn geben die Sozialpartner im Einzelhandel jedoch Lohnempfehlungen ab. Auch in Frankreich finden sektorale Verhandlungen statt, mit Vereinbarungen, die mehrere Teilsektoren abdecken, aber es ist nicht die wichtigste Ebene der Verhandlungen im Einzelhandel. Quelle: EIRO. Daten zur Gesamtwirtschaft aus der EIRO-Studie “Arbeitsbeziehungen in den EU-Mitgliedstaaten und Kandidatenländern” (TN0207104F) mit folgenden Ausnahmen: Bulgarien (“Gewerkschaftszugehörigkeit 1993-2003”- TN0403105U) und Norwegen (“Industrielle Beziehungen im Automobilsektor”- TN0312101S). Für diese Studie wurden Daten über den Einzelhandel erhoben. Waren keine amtlichen oder Forschungsdaten verfügbar, legten die nationalen EIRO-Zentren ihre eigenen Schätzungen vor. Die Debatte über die Deregulierung der Ladenöffnungszeiten ist ein Indiz für diese gegenteiligen Tendenzen.

Der Deregulierungsprozess ist nicht leicht, und in vielen Fällen werden erhebliche Einschränkungen in Bezug auf unsoziale Arbeitszeiten, vor allem Sonn- und Feiertagsarbeit, beibehalten.

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